Your browser does not support JavaScript!

Natur-Mentoring

Zitat Galileo Galilei

 

Naturmentoring ist …

 

… lernen mit allen Sinnen

 

 

Ahhh, so ist das also!“ Es ist ein unbeschreiblich tolles Gefühl, wenn plötzlich der „Knopf aufgeht“ und sich eine vollkommen neue Welt auftut. Lernen passiert nicht nur in der Schule, sondern in jeder Sekunde an jedem Tag in unserem Leben. Wir lernen durch Erfahrungen, durch Begegnungen mit anderen Menschen, durchs Lesen von Büchern oder durch eine ausgedehnte Internet-Recherche. Voraussetzung dafür ist, dass wir neugierig sind und Fragen stellen – und damit auch nicht aufhören, egal wie alt wir sind.

Ganzheitliches Lernen“ ist lernen mit allen Sinnen. Wir wollen nicht nur die Fakten kennen, sondern auch sehen, riechen, schmecken und fühlen. Auf diese Weise geht Lernen unter die Haut, macht Spaß und wir können unser Wissen im Alltag anwenden. Kinder brauchen dazu keine Anleitung. Diese Art des Lernens ist ihnen sozusagen in die Wiege gelegt worden und passiert von alleine. Wichtig ist, dass sie die Möglichkeit haben, ihrer Neugier nachzugehen. Unverplante Zeit in der Natur beim freien Spielen zu verbringen, bietet unzählige Lernmöglichkeiten für Herz, Hirn und Hand.

Naturmentoring ist ein ganzheitliches Lehr- und Lernsystem, das seinen Ursprung in den USA hat. Im Grunde genommen umschreibt es jene „natürliche“ Form des Lernens, die Naturvölker auf der ganzen Welt seit jeher praktizieren. Das Lernen wird als ein Prozess verstanden, der „von innen heraus“ passiert und durch Mentoren begleitet wird. Es gibt es eine Reihe von Übungen und Aktivitäten, um die Sinne zu schulen. Sie werden auch „Herz-Routinen“ genannt und können unsere Verbindung zur Natur vertiefen.

 

… Kreislaufdenken

 

Im Osten geht die Sonne auf,
im Süden steigt sie hoch hinauf,
im Westen wird sie untergehen,
im Norden ist sie nie zu sehen.

 

Wer die Natur beobachtet, findet unzählige Kreisläufe: Der Lauf der Sonne, der Wasserkreislauf, die vier Himmelsrichtungen, die Jahreszeiten … Sogar das Leben selbst kann als Kreis ohne Anfang und Ende gesehen werden.

Ähnlich wie ein Kompass kann dieses „Kreislaufdenken“ uns dabei helfen, uns zu orientieren und Zusammenhänge zu erkennen. In unserer vernetzten und oft sehr komplizierten Welt ist das eine wichtige Fähigkeit.

Im Naturmentoring begegnet uns der Kreis immer wieder. Für das Leben in einer Gemeinschaft ist er wichtig, denn im Kreis begegnen wir uns auf Augenhöhe. Jeder wird gesehen und hat eine Stimme.

 

… ein Weg zu tiefer Naturverbindung

 

Durch bedeutungsvolle Zeit in der Natur entsteht nach und nach das, was wir unter einer „tiefen Naturverbindung“ verstehen. Ein Modell, das uns sehr gut gefällt, beschreibt vier Ebenen der Naturverbindung:

1. Natur-Information: Fakten aus Büchern, Zeitschriften, Dokumentationen, dem Internet …

2. Natur-Erlebnis: Outdoor-Aktivitäten wie wandern, joggen, klettern, raften …

3. Naturverbindung: Kennst du das Gefühl, das sich einstellt, wenn bei einem Spaziergang durch den Wald die Sonnenstrahlen funkelnd durch das Blätterdach der Bäume blitzen? Hier wird Naturverbindung spürbar. Die meisten von uns haben das schon einmal erlebt. Genau genommen, entsteht Naturverbindung von alleine. Aber es braucht eine Umgebung, in der sie sich entfalten kann.

4. Tiefe Naturverbindung: Stell dir vor, da ist jemand, der immer dann genau die richtige Frage stellt, wenn du alleine nicht mehr weiter kommst. Durch den Austausch mit anderen erweitern wir unseren Horizont, wir fühlen uns verbunden, kratzen nicht länger an der Oberfläche, sondern empfinden uns als Teil der Natur. Das ist tiefe Naturverbindung. Die so genannten „Herz-Routinen“ des Naturmentoring können uns auf diesem Weg helfen. Das sind einfache Übungen oder Aktivitäten, die wir in unseren Alltag integrieren können, wie das Geschichten erzählen, das planlose Umherstreifen in der Natur, das Einrichten eines Naturmuseums oder das Aufzeichnen von Natur-Beobachtungen.

 

… eine Lebensphilosophie

 

Jeder von uns ist einzigartig und hat besondere Fähigkeiten, die ihn auszeichnen. Naturmentoring heißt, diese besonderen „Geschenke“ zu erkennen und ihnen den Raum zu geben, den sie brauchen, um sich zu entfalten. Durch eine tiefe Naturverbindung werden Qualitäten geschult, die für das friedvolle Zusammenleben in einer Gemeinschaft wichtig sind.

Dazu gehört zum Beispiel, praktisch zu denken, also den „Hausverstand“ einzusetzen, Lebendigkeit und Reaktionsfreude.

Dazu gehört aber auch die Fähigkeit, vollkommen in einer Tätigkeit aufzugehen und dranzubleiben, auch wenn einmal nicht alles sofort funktioniert.

Sich um andere zu kümmern, sie zu umsorgen und zu behüten ist eine weitere Qualität, die durch eine tiefe Naturverbindung geweckt werden kann.

Genauso, wie seine Fähigkeiten für die Gemeinschaft einzusetzen und sich selbst auch einmal hinten anstellen zu können.

Wichtig ist aber auch, Dankbarkeit zu spüren und ausdrücken zu können sowie für sich selber sorgen zu können.

Eine tiefe Naturverbindung hilft uns dabei, uns von belastenden und lähmenden Gedanken zu befreien und es zu schaffen, ganz im Hier und Jetzt zu leben.

 

… gesund!

 

In der Natur zu sein, ist gesund für Körper, Geist und Seele. Das spüren viele intuitiv. Die gesundheitlichen Wirkungen der Natur werden aber auch intensiv beforscht. In den USA ist etwa der Begriff des „Nature-Defizit-Syndroms“ weit verbreitet. Dieser wurde vom Autor und Journalisten Richard Louv geprägt und beschreibt unsere zunehmende Entfremdung von der Natur mit all ihren gesundheitlichen Folgen. Es wird vermutet, dass viele so genannte Zivilisationskrankheiten, etwa Übergewicht, ADHS oder Burnout mit dem „Natur-Defizit-Syndrom“ in Verbindung stehen.

Clemens G. Arvay beschreibt in seinem viel zitierten Buch „Der Biophilia-Effekt – Heilung aus dem Wald“ wiederum, warum ein Aufenthalt im Wald nicht nur gut für das Immunsystem ist und Stress entgegenwirkt, sondern auch positive Auswirkungen auf Herz, Blutdruck und Lungen hat und vielen Krankheiten vorbeugen kann.